Alten- und Pflegeheime

Sie benötigen aufgrund Ihres Alters Betreuung und Pflege, die zu Hause nicht mehr gewährleistet werden kann? Dann ist es möglich, in ein Alten- und Pflegeheim zu übersiedeln.

Leistungen

  • überwiegend Einzelzimmer mit ca. 17m²; Wohn- und Schlafbereich, Vorraum sowie barrierefreiem Bad/WC; vereinzelt Doppelzimmer
  • Vollpension
  • Betreuung und Pflege
  • Gedächtnistraining, Feste und Veranstaltungen, Spielenachmittage, kreatives Gestalten, geselliges Beisammensein mit anderen Senioren/Seniorinnen und vieles mehr
  • bei Bedarf: ärztliche Betreuung und Therapien
  • In der Regel kann Fußpflege, Friseur, Massage, etc. auf eigene Kosten im Haus in Anspruch genommen werden
  • Möglichkeit zum Teil eigene Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände mitzubringen (dies ist abhängig von den Räumlichkeiten in der jeweiligen Einrichtung)

Voraussetzungen

Variantea) "besonderer Pflegebedarf": eine tatsächliche Einstufung mitPflegegeldstufe 4 oder höher – laut vorliegendem Pflegegeldbescheid

oder

Varianteb) Einstufung unter Pflegegeldstufe 4: Indiesem Fall ist nachzuweisen, dass die betreffende Person infolge

  • des körperlichen Zustands (z.B. schwere Einschränkungen der Mobilität, manifeste Erkrankungen) oder
  • einer psychischen Krankheit (darunter fallen psychische Störungen, nämlich körperlich begründbare Psychosen, wie z.B. Demenz, weiters endogene Psychosen, wie z.B. Depressionen, sowie Neurosen, reaktive Störungen und Psychopathien, wie z.B. Angstneurosen) oder einer geistigen Behinderung

nicht imstande ist, ein selbständiges und unabhängiges Leben zu führen.

In beiden Fällen: schriftlicher Antrag auf einen Heimplatz

Für die Entscheidung, ob ein Heimplatz in Anspruch genommen werden kann oder nicht, erhebt die zuständige Koordinatorin für Betreuung und Pflege die Situation.

Kosten

Die Kosten sind je nach Alten- und Pflegeheim unterschiedlich hoch. Die Gebühren setzen sich aus einem Grundbetrag (Tagsatz) und einem Pflegezuschlag zusammen.
Der Tagsatz liegt in etwa zwischen € 80,- und € 100,-. Der Pflegezuschlag ist davon abhängig, wie hoch Ihr Pflegegeld ist.

Grundsätzlich müssen die Bewohner/innen für die Heimkosten selbst aufkommen. Wenn das Einkommen (Pension, Rente, das Pflegegeld oder Miet- und Zinsverträge, etc.) jedoch nicht ausreicht, übernimmt die Sozialhilfe die Kosten.

Trotzdem verbleibt dem/der Bewohner/in ein Teil seines/ihres Einkommens:

  • 10% der Pflegegeldstufe 3 – derzeit gerundet € 45,20 monatlich (unabhängig von der tatsächlichen Pflegegeldstufe) sowie
  • 20% der Pension und die Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)

DerRest wird zur Deckung der Heimkosten herangezogen.

ImRahmen des Antrages auf Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheim wird bereitsgeprüft, ob man Selbstzahler/in ist oder ob die Sozialhilfe dieKosten übernimmt.

WennSozialhilfe geleistet wird, können Kostenersatzforderungen an folgende Personengestellt werden:

  • dem/der Empfänger/in sozialer Hilfe gegenüber unterhaltspflichtige Angehörige (v.a. Ehegatte/Ehegattin)
  • Personen, denen gegenüber der/die Empfänger/in sozialer Hilfe Rechtsansprüche zur Deckung jenes Bedarfes besitzt, der die Leistung sozialer Hilfe erforderlich gemacht hat (z.B. wenn im Übernahmevertrag die Pflege der Eltern vereinbart wurde)

Wohin muss ich mich wenden?

Siemüssen einen schriftlichen Antrag auf einen Heimplatz bei derBezirkshauptmannschaft oder beim Sozialamt des Magistrates stellen. Diejeweilige Sozialberatungsstelle in Ihrer Nähe unterstütztund informiert Sie über die weiteren Schritte.

Angebote in Oberösterreich

Folgen Sie den angeführten Schritten, um das gewünschte Angebot zu finden.

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Häufige Fragen

Jeder/jede Heimbewohner/in hat dasRecht, jederzeit Besuche zu empfangen. Dabei ist auf die übrigen Heimbewohner/innenund die Notwendigkeiten eines geordneten Heimbetriebes Rücksicht zu nehmen unddie jeweilige Heimordnung zu beachten.

Selbstverständlichdürfen Heimbewohner/innen das Heim jederzeit verlassen. Es ist nurwichtig, dass das Alten- und Pflegeheim über die voraussichtliche Dauer derAbwesenheit informiert wird.

Die Heimbewohner/innen habengrundsätzlich freie Arztwahl.

Probewohnenist in den meisten Alten- und Pflegeheimen nur in Form einer Kurzzeitpflegemöglich. Informieren Sie sich dazu direkt bei der Heimleitung.

Esexistieren keine konkreten Altersgrenzen, es kann aber im Regelfall von einem Mindestalter von etwa 60 Jahren ausgegangen werden.

Im Einzelfall muss geprüft werden, obein/e Heimbewohner/in in den Bereich der Sozialhilfe (altersbedingteHeimaufnahme) oder unter das Oö. Chancengleichheitsgesetz (durch eineBehinderung bedingte Heimaufnahme) fällt.

Wünscheüber die Aufnahme in ein ganz bestimmtes Alten- und Pflegeheim werden soweitals möglich berücksichtigt. Ein Anspruch auf Aufnahme in ein bestimmtes Heimbesteht aber nicht. Grundsätzlich werden jene bevorzugt, die den Hauptwohnsitzim selben Bezirk haben.

ZumEinkommen zählen etwa: Pension, Rente, das Pflegegeld, Einkommen aus Miet- undZinsverträgen, Einkommen aus Verpachtung, etc.

Seit der Abschaffung des Pflegeregresses mit 01. Jänner 2018 wird Ihr Vermögen für die Abdeckung der Heimkosten nicht mehr herangezogen.

  • Wenn Sie in ein Alten- und Pflegeheim ziehen, wird Ihr Gatte/Ihre Gattin Unterhalt für Sie leisten müssen, der aufgrund seiner/ihrer individuellen Einkommenssituation im Einzelfall geklärt wird. Als Richtwert kann man in diesem Fall von einem Unterhaltsanspruch von rund 33% ausgehen.
  • Zieht Ihr Gatte/Ihre Gattin in ein Alten- und Pflegeheim, verbleibt Ihnen jedenfalls ein ausreichender Teil seiner Pension, damit Sie die Ausgaben für Wohnung und Lebensunterhalt decken können.

DieSozialhilfe wird auch für privat geführte Alten- und Pflegeheime, die von derOö. Landesregierung mit Bescheid anerkannt wurden, bezahlt.

DerTagsatz für einen Heimplatz in einem Oö. Alten- und Pflegeheim liegt meistzwischen 80,- € und 100,- €. Dieser wird mit der Anzahl der Tage in einem Monat(30, 31 oder 28) multipliziert. Hinzu kommen noch 80% des jeweiligenPflegegeldes (sog. Pflegezuschlag).

Bsp.:Frau A. ist Selbstzahlerin und bezieht ein Pflegegeld der Stufe 5 (mtl. 920,30 €). Der Tagsatz im Alten- und Pflegeheim beträgt 80,- €. Wie hoch sind dieKosten im Oktober?

Berechnung: 31 Tage x 80,- € = € 2.480,-plus 80% von 920,30 € = 736,24 €

Die Kosten für den Monat Oktober belaufensich somit auf 3.216,24 €.

Kinderwerden in Oberösterreich grundsätzlich nicht zum Ersatz für die offenen Sozialhilfekosten herangezogen, wenn Ihr Einkommen für die Heimkosten nicht ausreicht. Allerdings kann sich eine Beitragspflicht der Kinder ergeben, wenn Sie das z.B. in einem Übergabsvertrag vereinbart haben.

Nein. Es kommt nicht darauf an, ob man schonlange „angemeldet“ ist oder die Kosten selbst bezahlt, sondern auf dieDringlichkeit.

Folgende Unterlagen sind dem Antrag anzuschließen:

  • Pflegegeldbescheid (wenn vorhanden)
  • Nachweis eines Vertretungsverhältnisses (Gerichtsbeschluss über gerichtliche Erwachsenenvertretung, Bevollmächtigung, Bestätigung über das Vorliegen einer Vertretungsermächtigung)
  • Nachweis des rechtmäßigen Aufenthalts bei nicht österreichischen Staatsbürger/innen

Folgende Unterlagen haben Sie dem Antrag anzuschließen, wenn Sie auch die Übernahme des durch Einkommen nicht gedeckten Heimentgelts beantragt haben:

  • aktuelle Einkommensnachweise (Pensionsbescheide, etc.)
  • lückenlose (Giro) Kontoumsatzliste der Bank über die letzten 12 Monate
  • Übergabeverträge

Bitte übermitteln Sie keine Originalunterlagen, da diese nach elektronischer Erfassung nicht retourniert werden können.

Hier finden Sie den Antrag zur Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheim bzw. den Antrag zur Übernahme des Heimentgelts.

Antragsteller/Antragstellerinist grundsätzlich die betroffene Person selbst, soweit sie noch entscheidungsfähigist. Wenn ein/e gerichtliche/r Erwachsenenvertreter/in vorhanden ist und er/sie vom Gericht auch fürdiesen Bereich bestellt ist, hat der/die gerichtliche/r Erwachsenenvertreter/in den Antrag zu stellen.Sie können sich aber auch durch eine bevollmächtigte Person (z.B.Vorsorgevollmacht) vertreten lassen. Auch ein vertretungsbefugter nächsterAngehöriger kann den Antrag stellen (nähere Auskünfte erhalten Sie bei IhremNotar).

  • die jeweilige Bezirkshauptmannschaft oder das Sozialamt beim Magistrat
  • die Heimverwaltung des gewünschten Heimes
  • Sozialberatungsstellen oder Gemeindeämter

Hier finden Sie den Antrag zur Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheim bzw. den Antrag zur Übernahme des Heimentgelts.