Alten- und Pflegeheime

Sie benötigen aufgrund Ihres Alters Betreuung und Pflege, die zu Hause nicht mehr gewährleistet werden kann? Dann ist es möglich, in ein Alten- und Pflegeheim zu übersiedeln.

Leistungen

  • überwiegend Einzelzimmer mit ca. 17m²; Wohn- und Schlafbereich, Vorraum sowie barrierefreiem Bad/WC; vereinzelt Doppelzimmer
  • Vollpension
  • Betreuung und Pflege
  • Gedächtnistraining, Feste und Veranstaltungen, Spielenachmittage, kreatives Gestalten, geselliges Beisammensein mit anderen Senioren/Seniorinnen und vieles mehr
  • bei Bedarf: ärztliche Betreuung und Therapien
  • In der Regel kann Fußpflege, Friseur, Massage, etc. auf eigene Kosten im Haus in Anspruch genommen werden
  • Möglichkeit zum Teil eigene Möbel oder andere Einrichtungsgegenstände mitzubringen (dies ist abhängig von den Räumlichkeiten in der jeweiligen Einrichtung)

Voraussetzungen

  • Variante 1: grundsätzlicher Pflegebedarf und zudem eine Wohnsituation und ein soziales Umfeld, die ein Leben zu Hause nicht mehr gewährleisten (z.B. viele Stufen; Heizung kann im Winter nicht gewährleistet werden; keine Hilfe durch Familie möglich)
  • Variante 2: ein erhöhter Pflegebedarf, der auch nicht mehr durch mobile Pflegedienste (z.B.: Hauskrankenpflege, mobile Betreuung und Hilfe) abgedeckt werden kann
  • in beiden Fällen: schriftlicher Antrag auf einen Heimplatz

Hilfestellung bei der Einschätzung, ob ein Heimplatz in Anspruch genommen werden kann oder nicht, bietet die zuständige Sozialberatungsstelle.

Kosten

Die Kosten sind je nach Alten- und Pflegeheim unterschiedlich hoch. Die Gebühren setzen sich aus einem Grundbetrag (Tagsatz) und einem Pflegezuschlag zusammen.
Der Tagsatz liegt in etwa zwischen € 75,- und € 90,-. Der Pflegezuschlag ist davon abhängig, wie hoch Ihr Pflegegeld ist.

Grundsätzlich müssen die Bewohner/innen für die Heimkosten selbst aufkommen. Wenn das Einkommen (Pension, Rente, das Pflegegeld oder Miet- und Zinsverträge, etc.) und das Vermögen (Bargeld, Sparbücher, Wertpapiere, Immobilien und Liegenschaften, etc.) jedoch nicht ausreichen, übernimmt die Sozialhilfe die Kosten.

Trotzdem verbleibt dem/der Bewohner/in ein Teil seines/ihres Einkommens:

  • 10% der Pflegegeldstufe 3 – derzeit € 45,20 monatlich (unabhängig von der tatsächlichen Pflegegeldstufe)
  • 20% der Pension und die Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)
  • sowie € 7.300,- von einem allfälligen Barvermögen

Der Rest wird zur Deckung der Heimkosten herangezogen.

Im Rahmen des Antrages auf Aufnahme in ein Alten- und Pflegeheim wird bereits geprüft, ob man Selbstzahler/in ist oder ob die Sozialhilfe die Kosten übernimmt.

Wenn Sozialhilfe geleistet wird, können Kostenersatzforderungen an folgende Personen gestellt werden:

  • den/die Empfänger/in sozialer Hilfe
  • die Erben des/der Empfängers/in sozialer Hilfe
  • dem/der Empfänger/in sozialer Hilfe gegenüber unterhaltspflichtige Angehörige (v.a. Ehegatte/Ehegattin)
  • Personen, denen gegenüber der/die Empfänger/in sozialer Hilfe Rechtsansprüche zur Deckung jenes Bedarfes besitzt, der die Leistung sozialer Hilfe erforderlich gemacht hat (z.B. wenn im Übernahmevertrag die Pflege der Eltern vereinbart wurde)
  • Personen, denen der/die Empfänger/in sozialer Hilfe Vermögen geschenkt oder sonst ohne entsprechende Gegenleistung übertragen hat

Hinweis: Ab 1.1.2018 wird das Vermögen durch die Abschaffung des Pflegeregresses für die Heimkosten nicht mehr herangezogen.

Wohin muss ich mich wenden?

Sie müssen einen schriftlichen Antrag auf einen Heimplatz bei der Bezirkshauptmannschaft oder beim Sozialamt des Magistrates stellen. Die jeweilige Sozialberatungsstelle in Ihrer Nähe unterstützt und informiert Sie über die weiteren Schritte.

Angebote in Oberösterreich

Folgen Sie den angeführten Schritten, um das gewünschte Angebot zu finden.

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Häufige Fragen

Jeder/jede Heimbewohner/in hat das Recht, jederzeit Besuche zu empfangen. Dabei ist auf die übrigen Heimbewohner/innen und die Notwendigkeiten eines geordneten Heimbetriebes Rücksicht zu nehmen und die jeweilige Heimordnung zu beachten.

Selbstverständlich dürfen Heimbewohner/innen das Heim jederzeit verlassen. Es ist nur wichtig, dass das Alten- und Pflegeheim über die voraussichtliche Dauer der Abwesenheit informiert wird.

Die Heimbewohner/innen haben grundsätzlich freie Arztwahl.

Probewohnen ist in den meisten Alten- und Pflegeheimen nur in Form einer Kurzzeitpflege möglich. Informieren Sie sich dazu direkt bei der Heimleitung.

Teilweise stehen in den Alten- und Pflegeheimen Doppelzimmer oder Zimmer mit Verbindungstüren zur Verfügung. Informieren Sie sich dazu direkt bei der Heimleitung.

Es existieren keine konkreten Altersgrenzen. Im Einzelfall muss geprüft werden, ob ein/e Heimbewohner/in in den Bereich der Sozialhilfe (altersbedingte Heimaufnahme) oder unter das Oö. Chancengleichheitsgesetz (durch eine Behinderung bedingte Heimaufnahme) fällt.

Wünsche über die Aufnahme in ein ganz bestimmtes Alten- und Pflegeheim werden soweit als möglich berücksichtigt. Ein Anspruch auf Aufnahme in ein bestimmtes Heim besteht aber nicht. Grundsätzlich werden jene bevorzugt, die den Hauptwohnsitz im selben Bezirk haben.

Zum Einkommen zählen etwa: Pension, Rente, das Pflegegeld, Einkommen aus Miet- und Zinsverträgen, Einkommen aus Verpachtung, etc.

Zum Vermögen zählen etwa: Bargeld, Sparbücher, Wertpapiere, Liegenschaften und sonstige Immobilien, etc.

  • Wenn Sie in ein Alten- und Pflegeheim ziehen, wird Ihr Gatte/Ihre Gattin Unterhalt für Sie leisten müssen, der aufgrund seiner/ihrer individuellen Einkommenssituation im Einzelfall geklärt wird. Als Richtwert kann man in diesem Fall von einem Unterhaltsanspruch von rund 33% ausgehen.
  • Zieht Ihr Gatte/Ihre Gattin in ein Alten- und Pflegeheim, verbleibt Ihnen jedenfalls ein ausreichender Teil seiner Pension, damit Sie die Ausgaben für Wohnung und Lebensunterhalt decken können.

Ein Antrag auf Kostenübernahme (Sozialhilfeantrag) kann zu jedem Zeitpunkt gestellt werden. Bei der Heimaufnahme wird – sofern Sie das wünschen – im Rahmen der Einkommens- und Vermögensprüfung bereits die Dauer berechnet, in der Sie selbst für die Zahlung der Heimkosten aufkommen müssen. Wenn sich an den Einkommens- und Vermögensverhältnissen etwas geändert hat, besteht die Möglichkeit, schon früher Sozialhilfeunterstützung in Anspruch zu nehmen.

Die Sozialhilfe wird auch für privat geführte Alten- und Pflegeheime, die von der Oö. Landesregierung mit Bescheid anerkannt wurden, bezahlt.

Der Tagsatz für einen Heimplatz in einem Oö. Alten- und Pflegeheim liegt meist zwischen 70,- € und 90,- €. Dieser wird mit der Anzahl der Tage in einem Monat (30, 31 oder 28) multipliziert. Hinzu kommen noch 80% des jeweiligen Pflegegeldes (sog. Pflegezuschlag).

Bsp.: Frau A. ist Selbstzahlerin und bezieht ein Pflegegeld der Stufe 3 (mtl. 451,80 €). Der Tagsatz im Alten- und Pflegeheim beträgt 75,- €. Wie hoch sind die Kosten im Oktober?

Berechnung: 31 Tage x 75,- € = € 2.325,- plus 80% von 451,80 € = 361,44 €

Die Kosten für den Monat Oktober belaufen sich somit auf 2.686,44 €.

Kinder werden nicht zum Ersatz für die offenen Sozialhilfekosten herangezogen. Jedoch besteht die Ersatzpflicht für Kinder und andere Personen, wenn sie von dem/der Heimbewohner/in in den letzten 5 Jahren vor Beginn des Sozialhilfebezuges ein Vermögen geschenkt oder ohne entsprechende Gegenleistung übertragen bekommen haben (z.B.: Schenkungen oder Verkauf zum symbolischen Preis). Sollten Schenkungen innerhalb dieser 5 Jahre bzw. während des Zeitraums des Sozialhilfebezuges oder bis zu 3 Jahre danach stattgefunden haben, kann der Sozialhilfeverband bzw. das Sozialamt des Magistrats eine Kostenersatzforderung stellen. Einmalige Schenkungen bis zur Höhe des 8fachen Nettoausgleichszulagenrichtsatzes (das sind im Jahr 2017 ca. 6.755,68 €) führen zu keinem Kostenersatz des Geschenknehmers.

Bsp.: Frau A. übergibt im Jahr 2013 ihr Haus samt der Liegenschaft ihrem Enkel – eine Gegenleistung wird nicht vereinbart. 2016 übersiedelt Frau A. in ein Alten- und Pflegeheim und beantragt Sozialhilfe.

In diesem Fall wird der Sozialhilfeverband bzw. das Sozialamt beim Magistrat eine Kostenersatzforderung an den Enkel stellen. Das kann allerdings vermieden werden, wenn bis zum Ablauf der 5-Jahres-Frist keine Sozialhilfe beantragt wird.


  • Bei Immobilien (Häuser, Eigentumswohnungen, Grundstücke) erfolgt – sofern ein Verkauf nicht zumutbar ist (z.B. weil in der Wohnung der/die Ehegatte/Ehegattin oder die Kinder leben) – eine grundbücherliche Sicherstellung des zu erwartenden Aufwandes für den Pflegeheimplatz im Maximalwert der Immobilie. Nach dem Tod des Heimbewohners/der Heimbewohnerin bzw. bei Übergang einer Liegenschaft auf eine andere Person, werden dann die tatsächlich entstandenen Aufwendungen geltend gemacht.
  • Wenn eine Veräußerung möglich und zumutbar ist, wird keine Sozialhilfe geleistet – in diesem Fall hat der/die Heimbewohner/in die Kosten für den Heimplatz selbst zu übernehmen.

Für genauere Informationen zur Ersatzpflicht können Sie sich an den zuständigen Sozialhilfeverband oder das Sozialamt beim Magistrat wenden.

Nein. Es kommt nicht darauf an, ob man schon lange „angemeldet“ ist oder die Kosten selbst bezahlt, sondern auf die Dringlichkeit.

  • Personaldokumente (z.B. Meldezettel, etc.)
  • Unterlagen über die Pflegebedürftigkeit (z.B. ärztliche Atteste, Pflegegeldbescheid, etc.)
  • Wenn Sie Sozialhilfe beantragen möchten:
    • Unterlagen zu Ihren finanziellen Verhältnissen (Pensionsnachweis, Kontoauszüge, Nachweis über Vermögen wie Sparbücher, Bausparverträge, Versicherungen, etc.)
    • Bei Haus bzw. Grundstücksbesitz oder Eigentumswohnung: Grundbuchauszug, ev. Übergabeverträge, etc.

Antragsteller/Antragstellerin ist grundsätzlich die betroffene Person selbst, soweit sie noch geschäftsfähig ist. Wenn ein/e Sachwalter/in vorhanden ist und er/sie vom Gericht auch für diesen Bereich bestellt ist, hat der/die Sachwalter/in den Antrag zu stellen. Sie können sich aber auch durch eine bevollmächtigte Person (z.B. Vorsorgevollmacht) vertreten lassen. Auch ein vertretungsbefugter nächster Angehöriger kann den Antrag stellen (nähere Auskünfte erhalten Sie bei Ihrem Notar).

  • die jeweilige Bezirkshauptmannschaft oder das Sozialamt beim Magistrat
  • die Heimverwaltung des gewünschten Heimes
  • Sozialberatungsstellen oder Gemeindeämter