Stationäre Hospiz- und Palliativangebote

Sie möchten einen Platz in einem stationären Hospiz oder auf einer Palliativstation, weil Sie unter einer schweren unheilbaren Erkrankung leiden, die weiter voranschreitet? Auch wenn der Wunsch besteht, bis zuletzt zu Hause in der vertrauten Umgebung zu bleiben, gibt es Situationen, die das vorübergehend oder auf Dauer unmöglich erscheinen lassen. In diesen Fällen stehen stationäre Hospiz- und Palliativangebote zur Verfügung.

Jüngere Frau hält die Hand einer älteren Frau
Es wird ein Krankenhauszimmer gezeigt mit Pflegebett und Nachtkästchen

Leistungen

  • Leistungen in einem stationären Hospiz

  • vorübergehende oder dauerhafte Pflege von Palliativpatient*innen mit hohem Betreuungsaufwand und/oder komplexer psychosozialer Problematik in einem stationären Hospiz in Einzelzimmern
  • medizinische Versorgung und Schmerztherapie zur Linderung der Symptome
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit von Pflegekräften mit Seelsorger*innen, Physiotherapeut*innen, Psycholog*innen
  • Erfüllung von psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen
  • Begleitung und Unterstützung der Angehörigen
  • würdevolle Begleitung bis zum Lebensende oder bei Bedarf Vorbereitung auf die weitere Betreuung zu Hause oder in einer anderen Pflege- und Betreuungseinrichtung

  • Leistungen auf einer Palliativstation

  • in der Regel vorübergehende Pflege von Palliativpatient*innen mit hohem Betreuungsaufwand und/oder komplexer psychosozialer Problematik auf einer Palliativstation eines Krankenhauses in Einzel- oder Doppelzimmern
  • medizinische Versorgung und Schmerztherapie zur Linderung der Symptome
  • ausführliche Gespräche über Therapiemöglichkeiten, Therapieziele und zur Entscheidungsfindung
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit von medizinischem Personal mit Seelsorger*innen, Physiotherapeut*innen, Psycholog*innen und Diätolog*innen
  • Erfüllung von psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnissen
  • Begleitung und Unterstützung der Angehörigen
  • Vorbereitung auf die weitere Betreuung zu Hause oder in einer Pflege- und Betreuungseinrichtung
  • enge Zusammenarbeit mit mobilen Palliativ- und Hospizteams sowie anderen Pflege- und Betreuungsdiensten

Voraussetzungen

Stationäre Hospiz- und Palliativangebote sind für Menschen gedacht, die

  • mind. 18 Jahre alt sind
  • eine begrenzte Lebenserwartung durch eine nicht heilbare, weit fortgeschrittene Erkrankung haben
  • weitestgehend über die unheilbare Erkrankung aufgeklärt sind
  • keine Therapiemöglichkeit mehr haben, die auf Heilung ausgerichtet ist
  • der Betreuung zustimmen
  • an starken Schmerzen oder anderen Symptomen (z.B. Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot) leiden und/oder sich in psychosozialen Krisen befinden, z.B. bei Überlastung des betreuenden Umfeldes (gilt insbesondere für Palliativstationen)

Zusätzlich gilt für die Aufnahme in einem stationären Hospiz:

  • Eine weitere Betreuung zu Hause oder eine Betreuung in einer anderen Pflegeeinrichtung ist aufgrund der Pflegebedürftigkeit, des Alters und/oder psychosozialen Situation nicht möglich.
  • Für die Aufnahme in einem stationären Hospiz ist ein ärztliches Attest erforderlich.

Hinweis: Die Aufnahme in einem stationären Hospiz bzw. auf einer Palliativstation ist von zu Hause, aus einer Pflegeeinrichtung oder als Verlegung von einer anderen Krankenhausstation möglich. Die Anmeldung kann dabei durch betreuende Ärzt*innen, Pflegepersonen, mobile Dienste oder durch Patient*innen oder Angehörige vorgenommen werden. Die Reihung der Aufnahmen erfolgt nach Dringlichkeit, nicht nach Anmeldedatum.

Kosten

Kosten stationäres Hospiz: Für die Unterkunft, Verpflegung und die gesamte Betreuung im stationären Hospiz ist ein Kostenbeitrag in Höhe von insgesamt € 13,00 täglich (gültig für das Jahr 2024) zuzüglich 80 % des von der Person bezogenen Pflegegeldes, zuzüglich 10% Umsatzsteuer zu leisten.

Kosten Palliativstation: Bei einem Aufenthalt auf einer Palliativstation entstehen für die Patient*innen dieselben Kosten wie bei jedem Krankenhausaufenthalt, d.h. es ist lediglich das Taggeld (= Kostenbeitrag gem. § 52 Abs. 1 OöKAG) zu bezahlen.

Wohin kann ich mich wenden?

Häufige Fragen

Während auf Palliativstationen die medizinische Versorgung im Vordergrund steht, liegt der Schwerpunkt in stationären Hospizen auf der pflegerischen und psychosozialen Betreuung.

Eine Palliativstation ist direkt als eigene Station an ein Krankenhaus angegliedert. Der Aufenthalt dient dem Auffangen von Krisensituationen, die durch körperliche Beschwerden, psychische Belastung, seelische Not oder auch familiärer Überlastung im Rahmen einer schweren Erkrankung ausgelöst werden. Im Mittelpunkt stehen die Therapieziel- und Entscheidungsfindung für die weitere Vorgehensweise. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Entlassung ins häusliche Umfeld oder in eine andere Betreuungs-/Pflegeeinrichtung. Das heißt ein Aufenthalt auf einer Palliativstation ist meist zeitlich begrenzt und dauert im Durchschnitt 2-3 Wochen.

Eine stationäres Hospiz ist eine eigene Einrichtung, die nicht direkt an ein Krankenhaus angegliedert ist. In ein stationäres Hospiz können Menschen, ähnlich wie in einem Alten- und Pflegeheim, einziehen und bis zum Tod bleiben. Die Versorgung erfolgt durch speziell für die Palliativversorgung ausgebildete Pflegekräfte. Im Gegensatz zu einem Krankenhaus erfolgen üblicherweise keine täglichen ärztlichen Visiten, jedoch kann jederzeit ein*e Ärzt*in hinzugezogen werden. Ein stationäres Hospiz kommt dann in Frage, wenn sich Menschen in einem weit fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung befinden und die Pflege zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung nicht möglich, allerdings eine stationäre Aufnahme auf der Palliativstation in einem Krankenhaus nicht notwendig ist.

Während eines Aufenthalts in einem stationären Hospiz oder auf einer Palliativstation dürfen die Ihnen nahestehenden Menschen rund um die Uhr bei Ihnen sein, wenn Sie dies wünschen. Es ist möglich, auf einem Gästesofa in Ihrem Zimmer zu übernachten - oder (wenn vorhanden) in einem eigenen Gästezimmer.

Begleitpersonen, die im Gästezimmer oder in Ihrem Zimmer nächtigen, müssen ebenfalls einen Kostenbeitrag leisten (Begleitpersonen-Pflegegebührenverordnung § 51 LGBl Nr. 66/1997). In diesem Beitrag sind die täglichen Mahlzeiten inkludiert.

Nein. Eine bestimmte Pflegestufe ist keine Voraussetzung für die Aufnahme auf einen stationären Hospiz- oder Palliativplatz.

In einem stationären Hospiz oder auf einer Palliativstation können Sie rund um die Uhr Besuche empfangen.

Der Aufenthalt auf einer Palliativstation ist für gewöhnlich begrenzt und dauert meist einige Tage bis wenige Wochen. Vorrangiges Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Entlassung ins häusliche Umfeld, etwa mit Betreuung durch mobile Palliativteams. Bei raschem Fortschreiten der Erkrankung kann auch eine Sterbebegleitung auf der Station erfolgen.

In einem stationären Hospiz verbleiben Bewohner*innen in der Regel bis zu ihrem Lebensende. Wenn sich der Zustand aber soweit stabilisiert, dass eine Entlassung nach Hause möglich ist, endet auch hier der Aufenthalt. Mobile Hospizteams können die Betreuung zu Hause übernehmen.

Ja. Mobile Palliativ- oder Hospizteams unterstützen Sie in Ihrem häuslichen Umfeld. Je nach Ihren Bedürfnissen werden Besuche bei Bedarf oder regelmäßige Hausbesuche angeboten, um Ihre Probleme und Beschwerden zu lindern. Hier finden Sie weitere Informationen zu mobilen Palliativ- und Hospizteams.