Schmerzen können sehr belastend sein und sind vor allem bei älteren Menschen ein Thema. Auch Studien bestätigen, dass Schmerzen im Alter stetig zunehmen. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) widmet sich daher in einer aktuellen Aussendung dem Thema Schmerzen bei älteren pflegebedürftigen Menschen.
Schmerzen sind Warnsignale des Körpers und können auf Entzündungen, Verletzungen oder andere Erkrankungen hinweisen. Insofern sollten Schmerzen immer ernst genommen werden, nicht zuletzt auch deshalb, weil Schmerzen den gesamten Alltag beeinträchtigen können. Pflegende Angehörige können dabei unterstützen, Schmerzen zu erkennen, diese zu lindern und den Alltag förderlich zu gestalten.
Schmerzen ansprechen
Wichtig ist, dass Schmerzen angesprochen werden. Nicht immer ist das der Fall, da Betroffene häufig Schmerzen verschweigen, um niemandem zur Last zu fallen. Oft denkt man auch, dass Schmerzen zum Alt werden dazu gehören und man diese ohnehin nicht lindern kann. Auch die Angst vor Nebenwirkungen von Medikamenten kann dazu führen, dass Schmerzen verschwiegen oder heruntergespielt werden. Bei Menschen mit Demenz kann es sein, dass Schmerzen nicht mehr verbalisiert werden können.
Angehörige sollten daher die pflegebedürftige Person aktiv fragen, ob Schmerzen vorhanden sind und sie ermutigen, darüber zu sprechen. Außerdem können sie auf Anzeichen, wie etwa die Abwehr von Berührungen, das Halten von gewissen Körperstellen, Schonhaltungen, etc. achten. Ein Schmerztagebuch kann dabei helfen, Schmerzen besser einzuordnen, indem festgehalten wird, wann, wo und mit welcher Intensität Schmerzen auftreten.
Schmerzlinderung und Unterstützung im Alltag
Angehörige können bei der Linderung von Schmerzen unterstützen. Dazu zählt das Ernstnehmen der Schmerzen genauso, wie bei der ärztlichen Abklärung und der Umsetzung von Therapien, Bewegungsangeboten und Entspannungsübungen zu unterstützen. Beschäftigungsangebote, wie etwa das gemeinsame Lösen eines Kreuzworträtsel, oder Gespräche über positive Themen zu führen, können von den Schmerzen ablenken und so Linderung verschaffen. Bei Menschen mit Demenz kann es helfen, vermehrt in Körperkontakt zu gehen und auf die Körpersprache zu achten.
Damit Schmerzen den Alltag nicht komplett einnehmen und Betroffene sich zurückziehen und isolieren, können Angehörige auch hier unterstützen. Folgendes kann sich positiv auf die Schmerzwahrnehmung auswirken:
Fachlichen Rat einholen
Das Hinzuziehen von Expert*innen ist wichtig, um den Alltag trotz Schmerzen bewältigen zu können. Pflegende Angehörige können dabei erfahren, wie sie Schmerzen richtig einschätzen können, welche Nebenwirkungen bei Medikamenten auftauchen können oder wie sie nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Massagen oder Wärme- oder Kälteanwendungen richtig anwenden. Bei chronischen Schmerzen kann ärztlicher Rat eingeholt werden, auch eine Weiterleitung an eine Schmerzambulanz kann helfen. Beratungsangebote zur Wohnraumadaptierung oder Kurse, die Wissen im Umgang mit bestimmten Erkrankungen vermitteln, können pflegende Angehörige in der Begleitung ihrer pflegebedürftigen Angehörigen helfen. Nicht zuletzt sollten sie auch auf die eigene Gesundheit achten, da die Begleitung von Menschen mit chronischen Schmerzen sehr herausfordernd sein kann. Psychosoziale Beratungsangebote können hier unterstützen.
Einen Animationsfilm zum Thema Schmerzen bei älteren Menschen des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) finden Sie hier.
Den ZQP-Kurzratgeber zum Thema Schmerzen finden Sie hier.
Weitere Informationen zum Thema Schmerzen bei älteren Menschen finden Sie hier.