Beitragsfreie Versicherungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Siehaben für die Pflege Ihres Angehörigen den Beruf aufgegeben oder Stundenreduziert? In diesem Fall können Sie eine beitragsfreie Pensions- und/oderKrankenversicherung beanspruchen.

Leistungen

  • kostenlose Weiterversicherung für pflegende Angehörige in der Pensionsversicherung
  • kostenlose Selbstversicherung für pflegende Angehörige in der Pensionsversicherung
  • beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung bei der zu pflegenden Person
  • beitragsfreie Selbstversicherung in der Krankenversicherung bei sozialer Schutzbedürftigkeit (betrifft nur Einzelfälle)

Voraussetzungen

  • Weiterversicherung für pflegende Angehörige in der Pensionsversicherung

  • schriftlicher Antrag

  • die zu pflegende Person muss mindestens Pflegegeldstufe 3 haben

  • gänzliche Beanspruchung der Arbeitskraft durch die Pflege zu Hause: trifft zu bei Beendigung der Erwerbstätigkeit

  • Vorliegen bestimmter Versicherungszeiten: informieren Sie sich dazu bei Ihrem/r zuständigen Pensionsversicherungsträger/in

  • Selbstversicherung für pflegende Angehörige in der Pensionsversicherung:

  • schriftlicher Antrag

  • die zu pflegende Person muss mindestens Pflegegeldstufe 3 haben

  • erhebliche Beanspruchung durch die Pflege zu Hause: trifft zu bei Verringerung der Erwerbstätigkeit auf max. 30 Wochenstunden

  • Wohnsitz in Österreich

  • Beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung:

  • schriftlicher Antrag

  • die zu pflegende Person muss mindestens Pflegegeldstufe 3 haben

  • überwiegende Beanspruchung der Arbeitskraft durch die Pflege zu Hause: trifft zu bei keiner bis zu geringfügiger Tätigkeit

  • kein eigener Anspruch auf eine gesetzliche Krankenversicherung

  • Pflege darf nicht erwerbsmäßig durchgeführt werden

  • die zu pflegende Person muss sozialversichert sein

  • Beitragsfreie Selbstversicherung in der Krankenversicherung bei sozialer Schutzbedürftigkeit

  • keine andere Möglichkeit zur Erlangung eines Krankenversicherungsschutzes

  • soziale Schutzbedürftigkeit

  • die zu pflegende Person muss mindestens Pflegegeldstufe 3 haben

  • überwiegende Beanspruchung der Arbeitskraft

  • schriftlicher Antrag

Wo und wie muss ich die begünstigten Versicherungsmöglichkeiten beantragen?

DieAnträge sind beim zuständigen Sozialversicherungsträger zu stellen.

Wohin muss ich mich wenden?

DieAnträge müssen beim zuständigen Sozialversicherungsträgergestellt werden. In Oberösterreich gibt es dafür folgendeSozialversicherungsträger:

Sozialversicherungsträger Kontakt
BVA-Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter Landesstelle für Oberösterreich
Hessenplatz 5
4010 - Linz, Donau
Telefon: 050405
E-Mail: Lst.linz@bva.at
KFG Kranken- und Unfallfürsorge für OÖ Gemeinden Landesstelle für Oberösterreich
Friedrichstraße 11
4010 - Linz
Telefon: 0732/78 80 00-0
E-Mail: office@kfg.ooe.gv.at
KFL Kranken- und Unfallfürsorge für OÖ Landesbedienstete Landesstelle für Oberösterreich
Promenade 28
4020 - Linz
Telefon: 0732 7720-13861
E-Mail: kfl.post@ooe.gv.at
LKUF Lehrer-Kranken- und Unfallfürsorge Landesstelle für Oberösterreich
Leonfeldner Straße 11
4041 - Linz
Telefon: 0732 66 82 21-0
E-Mail: kundenservice@lkuf.at
OÖ. Gebietskrankenkasse Landesstelle für Oberösterreich
Gruberstraße 77
4020 - Linz
Telefon: 05 78 07 - DW 10 37 80 oder 10 37 81
E-Mail: ooegkk@ooegkk.at
PVA-Pensionsversicherungsanstalt Landestelle Oberösterreich
Terminal Tower, Bahnhofplatz 8
4021 Linz
Telefon: 05 03 03
E-Mail: pva-lso@pensionsversicherung.at
SVA-Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft Landesstelle Oberösterreich
Mozartstraße 41
4010 - Linz, Donau
Telefon: 05 08 08 - 2024
E-Mail: vs.ooe@svagw.at
SVB-Sozialversicherungsanstalt der Bauern Regionalbüro Oberösterreich
Blumauerstraße 47
4020 Linz
Telefon: 0732 76 33
E-Mail: rb.ooe@svb.at
VAEB-Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau Landesstelle Linz
Bahnhofplatz 3-6
4020 Linz
Tel: 050 2350 - 36900
E-Mail: gbz.linz@vaeb.at
Betriebskrankenkasse z.B.: Voestalpine Bahnsysteme, Austria Tabak, Mondi, Wiener Verkehrsbetriebe, Zeltweg, Kapfenberg

Häufige Fragen

Grundsätzlich sollteein verwandtschaftliches Verhältnis mit der pflegebedürftigen Person bestehen(in der Regel bis zum dritten Grad). In Ausnahmefällen können aber auchPersonen, die nicht mit der pflegebedürftigen Person verwandt sind, einenAnspruch geltend machen. Informieren Sie sich in diesen Fällen direkt bei Ihremzuständigen Pensionsversicherungsträger.

Grundsätzlichsollte ein verwandtschaftliches Verhältnis mit der pflegebedürftigen Personbestehen (in der Regel bis zum vierten Grad). Ein gemeinsamer Wohnsitz ist hiernicht erforderlich. Achtung:Lebensgefährten/Lebensgefährtinnen sind nur unter bestimmten Voraussetzungenerfasst. Informieren Sie sich diesbezüglich bei Ihrer Krankenversicherung.

Die Weiter- bzw.Selbstversicherung in der Pensionsversicherung und beitragsfreieMitversicherung in der Krankenversicherung für pflegende Angehörige kann nurfür eine Person in Anspruch genommen werden. Wichtig ist, dass die Voraussetzungenerfüllt sind.

In diesem Fall sinddie Voraussetzungen für die Betreuung des Vaters erfüllt. Wenn später auch dieMutter ein Pflegegeld der Stufe 3 bezieht, treffen auch hier diegrundsätzlichen Voraussetzungen zu und der Anspruch kann nach Ableben desVaters durch die Pflege der Mutter weiterhin begründet sein.

Hier würden dieVoraussetzungen für die Selbstversicherung in der Pensionsversicherungzutreffen. Ein Pensionsanspruch wird jedoch erst ab 15 Beitragsjahren bzw. 180Versicherungsmonaten erworben.

Informieren Sie sichdiesbezüglich bei Ihrem zuständigen Pensionsversicherungsträger. Hinweis: FürPersonen ohne eigenes Einkommen ist die Pensionsversicherungsanstalt zuständig.

Ja, das istgrundsätzlich möglich. Informieren Sie sich jedoch im Vorfeld direkt bei Ihremzuständigen Krankenversicherungsträger.

Ist die Mutter jedochselbst mitversichert, weil sie als Hausfrau nie ein eigenes Einkommen bezogenhat, ist eine Mitversicherung in der Krankenversicherung der Mutter nichtmöglich.

Ja. DieBeitragsgrundlage für die Höhe Ihrer Pension wird aus dem Arbeitsverdienst sowieder Selbstversicherung berechnet.

Als monatliche Beitragsgrundlagefür die Selbstversicherung gilt ein Betrag von € 1.828,22 Euro. Durch IhreErwerbstätigkeit erwerben Sie ebenfalls eine Beitragsgrundlage. Beachten Sieaber, dass beide zusammen nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage berücksichtigtwerden.

Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrem zuständigenPensionsversicherungsträger.

Ja, in diesem Fallwürden die Voraussetzungen zutreffen. Ein Zuverdienst bei derSelbstversicherung in der Pensionsversicherung ist bis zu 30 Wochenstundenmöglich.

Es besteht in IhremFall auch die Möglichkeit, sich als Student/Studentin beitragsfrei in derKrankenversicherung der Mutter mitversichern zu lassen. Voraussetzung ist, dasskeine eigene gesetzliche Krankenversicherung besteht und auch die Muttersozialversichert ist. Zudem dürfen Sie ein Einkommen bis zurGeringfügigkeitsgrenze beziehen.

Die Weiter- und Selbstversicherung in der Pensionsversicherung giltgrundsätzlich ab Vorliegen aller Voraussetzungen, d.h. ab dem Zeitpunkt, ab demdie Pflege übernommen wurde und ein Pflegegeld der Stufe 3 von derpflegebedürftigen Person bezogen wird. Es wird empfohlen den Antrag gleich zuBeginn bei Zutreffen der Voraussetzungen zu stellen.

Die beitragsfreieMitversicherung in der Krankenversicherung beginnt mit Datum derAntragstellung. Nur im Einzelfall bei Vorliegen von besondersberücksichtigungswürdigen Gründen besteht eine rückwirkendeMitversicherungsmöglichkeit.

Voraussetzung ist,dass die Arbeitszeit aufgrund der Pflege eines nahen Angehörigen deutlichverringert wurde. Eine Erwerbstätigkeit bis zu 30 Wochenstunden ist möglich,darüber hinaus ist nicht mehr davon auszugehen, dass die Pflege dieArbeitskraft erheblich in Anspruch nimmt.

Sie endetgrundsätzlich mit Wegfall der Voraussetzungen, etwa wenn die Pflege nicht mehrselbst durchgeführt wird. Sie endet ebenfalls mit dem Zeitpunkt, ab dem die/derpflegende Angehörige in Pension geht.

Sie endetgrundsätzlich mit Wegfall der Voraussetzungen, z.B. wenn sich diePflegegeldstufe verringert oder die Pflege nicht mehr selbst durchgeführt wird.Sie endet zudem beim Tod der pflegebedürftigen Person oder mit dem Zeitpunkt,ab dem ein eigener Anspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht(z.B. Pensionsbezug, Erwerbstätigkeit über der Geringfügigkeitsgrenze).